Geschäftsfeld Landschaftsökologie

   

Ökologische Bewertung der Landschaftselemente, Grünlandkartierung nach MEKA und faunistische Untersuchung der Tiergruppen Vögel, Heuschrecken und Tagfalter im Rahmen der geplanten Flurneuordnung Waldenburg (Hohenlohekreis)

Auftraggeber:Regierungspräsidium Stuttgart, Landesamt für Flurneuordnung
Der im Flurbereinigungsgesetz enthaltene Teilauftrag zur Förderung der Landeskultur beinhaltet neben den ökonomischen auch die ökologischen Bemühungen um die land- und forstwirtschaftlich genutzte Landschaft. Diesem Aspekt wird u.a. im Rahmen der ökologischen Bewertung der Landschaftselemente und der Untersuchung ausgewählter Tiergruppen Rechnung getragen. Abschließend wurden Möglichkeiten zur Erhaltung und Aufwertung der Landschaft bzw. zur Förderung der untersuchten Tiergruppen im Rahmen der geplanten Flurneuordnung aufgezeigt.

 

Luftbild   Innerhalb des ca. 270 ha umfassenden Verfahrensgebietes wurden insgesamt 264 Landschaftselemente (z.B. Hecken, Feldgehölze, Streuobstwiesen, Flächen mit besonderer Gras- und Krautvegetation, Gewässer, usw.) erfasst und nach der "Anweisung für die ökologische Bewertung in Flurneuordnungsverfahren" bewertet. Das untersuchte Gebiet weist sowohl in Bezug auf seine quantitative Biotopausstattung als auch hinsichtlich der Biotopqualität eine überdurchschnittliche Wertigkeit auf.

 

Erfassungsbogen   Die Einstufung der floristischen Artenvielfalt von Wiesen und Weiden erfolgte anhand der "Anleitung zur Einstufung von Grünlandflächen nach MEKA II". Nur vergleichsweise wenige Flächen können als artenreiches "MEKA-Grünland" gelten - Hintergrund ist einerseits die zunehmend intensive Nutzung geeigneter Flächen und andererseits die Nutzungsaufgabe von "Problemflächen".

 

Wendehals   Im Zuge mehrerer Linientranssektkartierungen konnten über 50 (Brut-)Vogelarten im Untersuchungsgebiet nachgewiesen werden, darunter auch herausragende Arten wie der Wiedehopf (Upupa epops) und der Wendehals (Jynx torquilla). Nach dem Zielartenkonzept erfüllen weite Bereiche des strukturreichen Halboffenlandes den Mindeststandard für Brutvogelvorkommen (in Streuobstgebieten).

 

 

 

Wendehals an seiner Bruthöhle; die Art gilt aktuell in Baden-Württemberg als stark gefährdet.

 

Aufgrund des insgesamt relativ artenarmen Grünlands konnten auf ausgewählten Probeflächen im Gebiet nur vergleichweise wenige anspruchsvolle Heuschrecken und Tagfalterarten nachgewiesen werden. Erwähnenswert sind beispielsweise der Magerrasen-Perlmutterfalter, der Mattscheckige Braun-Dickkopffalter und die in Baden-Württemberg rückläufigen Heuschreckenarten Feldgrille (Gryllus campestris) sowie Wiesengrashüpfer (Chorthippus dorsatus).
 
Magerrasen-Perlmutterfalter   Feldgrille
Der Magerrasen-Perlmutterfalter ist auf Magerrasen, trocken-warme Säume und Steinriegel angewiesen.
  Die früher allerorts häufige Feldgrille ist in verschiedenen Regionen Baden-Württembergs selten geworden und wird daher in der Vorwarnliste geführt.

 

Zurück